Auf ein Neues!

Liebe alle!

Nach langer Funkstille melde ich mich mal wieder. Heute aus Berlin, wo ich nun schon seit guten zwei Jahren lebe. Wie ihr sehen könnt, melde ich mich vom Hauptbahnhof. Es hat nicht nur ganz gut geschneit gestern Nacht, weswegen mein Zug 40 Minuten Verspätung hatte, sondern es ist die erste Station auf meiner anstehenden Ostafrika-Reise. Von dieser möchte ich euch in den nächsten Wochen hier berichten, und meinen Blog mehr und mehr von einem Freiwilligen-Blog zu einem Reise- oder Ostafrika-Blog zu transformieren. Mal sehen, ob und wie mir das gelingt.

Ich werde heute Nacht über Addis Abeba in Äthiopien nach Entebbe in Uganda fliegen. In Uganda werde ich zusammen mit meiner damaligen „Chefin“ von IN VIA Köln e.V., die mich damals durch meinen Freiwilligendienst begleitet hat das Zwischenseminar der jetzigen Freiwilligen teamen, die ihren weltwärts-Dienst in Uganda und Tansania leisten. Mit von der Partie wird natürlich auch mein jetziger „Chef“ von IN VIA sein, mit dem ich in den letzten Jahren schon einige Vorbereitungsseminar geteamt habe und auch Auswahlseminare und Bewerbungsgespräche durchgeführt habe. Nun wird es uns drei also nach Uganda verschlagen.

Danach werde ich noch über Kenia nach Tansania reisen, von wo aus ich dann auch zurückfliegen werde. Vorher werde ich noch einige Partner*innen treffen und mir potentielle Projekte für IN VIA anschauen. Außerdem besuche ich natürlich alte Freund*innen und die Schule, in der ich gearbeitet habe und das Krankenhaus von Dr. Minja in Himo, das inzwischen schon eine ganze Ecke größer ist, aber bisher kenne ich den Baufortschritt nur von Erzählungen und Fotos, aber ich weiß, dass er inzwischen OP-Säle angebaut hat und noch einmal Platz für mehr Patienten geschaffen hat. Aber, wir werden sehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein Frohes Neues Jahr und bis in Kürze auf meinem Blog!

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Erste Graduation der Holy Childhood School

Am Samstag fand die erste Graduation der Siebklässler_innen der Holy Childhood Pre- and Primary School statt. Während dieser Feier, bei denen die Schüler_innen ihre Zeugnisse und Geschenke bekamen, wurde auch die Schule offiziell eröffnet. Der Comissioner der Region Kilimanjaro hatte sich zwar angekündigt, wurde jedoch vertreten. Außerdem wurde die Heilige Messe gefeiert und die Klassenräume gesegnet. Das Band wurde vom Priester durchgeschnitten und die Einweihungstafel von der Vertretung der Regionsregierung enthüllt.

[Liebe Leser_innen: Anscheinend schaltet WordPress, der Anbieter über dessen Server und Software meine Seite läuft, inzwischen vereinzelt Werbung auf den Seiten, die durch ihn gehostet werden. Offiziell um entstehende Kosten zu decken. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich dafür entschuldigen und bitte um Verständnis.]

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Kigoma und Ujiji

Die Geschichte der Region um den Tanganyika-See und damit Kigoma geht weit zurück. Im Großen Grabenbruch liegend gehört die Region zur Wiege der Menschheit, wo die ältesten Fossile gefunden wurden, die den Vorfahren des Menschen zugeordnet werden und auf die Zeit datiert werden, an denen sich der Stammbaum der Afropithecinen auftrennte, den gemeinsamen Vorfahren des Menschen und der Affen. Jedenfalls nach heutigen Erkenntnissen der Out-Of-Africa-Theorie.

Ujiji als Dorf und schnell als Stadt wurde dann Anfang des 19. Jahrhunderts wichtig als sich vier Haupthandelsrouten für Karawanen, in Ostafrika herausbildeten. Diese Karawanen, die vor allem Perlen, Glas, Stoffe und später auch Kautschuk transportierten waren meist mehrere hundert Mann aber auch Frau und Kind stark war. Vor dem 19. Jahrhundert gab es jedoch auch schon regen Handel mit der Küste, jedoch reisten Händler nicht mit eigenen Karawanen in das Landesinnere. Die Handelsroute führte von Bagamoyo über Dodoma und Tabora nach Ujiji und war 1.300 km lang, für die die Karawanen meist drei Monate brauchten.

1905 begann die Deutsche Kolonialregierung mit dem Bau der Tanganyika-Bahn in Dar es Salaam. Erst am Vorabend des Ersten Weltkrieges wurde sie 1914 in Kigoma fertiggestellt und ist 1252km lang. Das Material wurde zum Großteil von Krupp und Union im Deutschen Reich hergestellt und anschließend verschifft.

Während des Weltkrieges fanden einige Kämpfe auf dem Tanganyika-See statt. Wie die Schienen stammten die entsprechenden Kriegsschiffe aus den jeweiligen Staaten der Konfliktparteien. Auf dem Tanganyika-See vor allem aus Deutschen Reich und dem British Empire. Die Graf von Goetzen wurde 1913 im Auftrag der Deutsch-Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft in der Meyer-Werft an der Ems hergestellt und in 50.000 Einzelteilen von Trägern auf der alten Karawanenstraße von der Küste nach Kigoma getragen. Sie sollte ursprünglich den Handel mit der belgischen Kolonie Kongo fördern, wurde dann jedoch umgebaut. Als die Belgier und Engländer 1916 immer mehr die Oberhand gewannen, versenkte die Marine das Schiff vor der Küste Kongos. Von 1918 bis 1919 bergte die belgische Kolonialregierung das Schiff und verschiffte es nach Kigoma an der tansanischen Küste, wo es erneut sank. Die britische Kolonialregierung barg die Goetzen erneut, was von 1921 bis 1924 dauerte. 1927 wurde sie als MS Liemba in Dienst gestellt und tut diesen bis heute sehr gut.

Heute ist Kigoma die Hauptstadt der gleichnamigen Region im Westen Tansanias. Durch die Eisenbahnlinie hat Kigoma an Bedeutung gegenüber Ujiji gewonnen. Brauchten Waren seitdem nur noch 58 Stunden von der Küste bis an den See beziehungsweise zurück. Außerdem ist Kigomas Hafen einer der wichtigsten Verkehrspunkte Zentralafrikas. Es verkehren Fährschiffe nach Sambia, Kongo und Burundi. Dementsprechend haben sowohl die Demokratische Republik Kongo wie auch Burundi ein Konsulat in der Stadt. Viele Staatsangehörige Kongos leben und arbeiten in Kigoma.

Ujiji selbst hat für Touristen meist nur noch Bedeutung, weil sich hier das Livingston Memorial befindet, welches an das Treffen von Livingston und Stanley im Jahr 1871 erinnert. Livingston lebte damals in Ujiji und „erforschte“ „Afrika“ – war in Europa jedoch schon als Tod geglaubt. Stanley sollte Livingstons Leichnahm nach London überführen, wozu es dann jedoch nicht kam, als er Livingston unter einem Mangobaum traf, dessen Ableger heute immer noch am Memorial stehen. Überliefert ist seine Begrüßung, die man heute als Druck auf T-Shirts kaufen kann:

„Doctor Livingston, I presume?“

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Safari mrefu – Im Westen was Neues

Anfang September ist meine Berliner Mitbewohnerin Tam nach Tansania gekommen, und seitdem reisen wir gemeinsam durchs Land. Zunächst waren wir ein paar Tage in Arusha (auf Karte „A“) und haben dort auch die Rasta-Community in Kimandolu besucht. Endlich haben wir es geschafft, Fotos von der Band Warriors from the East und einzelnen Mitgliedern zu machen, die zu Werbezwecken und für Plakate verwendet werden können. Die Warriors haben inzwischen zum zweiten Mal in Folge den Tanzanian Music Award in der Kategorie Reggae gewonnen nachdem sie zuvor lediglich nominiert waren. Die aktuelle Single ist „Kilimanjaro“ (Link zum Musikvideo auf Youtube).

Dann sind wir nach Mwanza (auf Karte „B“) an den Viktoriasee gefahren, wo wir dann doch nur einen Tag waren, weil wir uns entschieden haben, die MV Viktoria nach Bukoba zu nehmen, die abends in Mwanza ablegte. In Mwanza haben wir einige Freunde getroffen, viele von ihnen kannten noch die Freiwilligen, die ich vor bisschen mehr als einem Jahr in Mwanza besucht hatte. Außerdem haben wir jemanden getroffen, der mit den Warriors from the East befreundet ist und konnten ihm eine CD mit den neuen Songs und neuen Videos geben, die er bald an Radio- und Fernsehstationen in Mwanza weitergibt.

Die MV Viktoria ist eines der Kriegsschiffe, die die Deutsche Reichsmarine während des Ersten Weltkriegs nach damals Deutsch-Ostafrika verschifft hat. Sowohl die MV Viktoria wie auch das 1996 gesunkene Schwesternschiff MV Bukoba wurden in Deutschland zusammengebaut und dann in etwa 50.000 Einzelteilen nach Dar es Salam verschifft, von wo aus sie von Trägern an den Viktoriasee gebracht wurde. Die gleiche Geschichte hat im Übrigen auch das Kriegsschiff MV Liemba, die auf dem Tanganyikasee verkehrt und dessen Heimathafen Kigoma ist. Ein Blick auf die Karte lässt erahnen, welchen Torturen die Karawanen ausgesetzt sein müssten.

Nachdem das Deutsche Reich den Weltkrieg verloren hatte, musste es Deutsch-Ostafrika 1919 an das British Empire abgeben, so wie es der Versailler Vertag wollte. Die Schiffe blieben und seit der Unabhängigkeit Tanganyikas 1961 fungieren sie als wichtige Handelsschiffe, aber auch als wichtige Fähren. Einer der Ostafrika-Korrespondenten der tagesschau ist unlängst mit der MV Liemba gefahren und hat einen Videoblogeintrag veröffentlicht, den ihr hier ansehen könnt.

Bukoba (auf Karte „C“) ist die Hauptstadt der Region Kagera, die an Ruanda und Burundi im Westen, Uganda im Norden und den Viktoriasee im Oste grenzt. Sie ist in Tansania vor allem bekannt, für eine bestimmte Art von Kochbananen, die es in anderen Landesteilen nicht gibt, und die man für bestimmte Gerichte benötigt. Deswegen werden vor allem Bananen mit der MV Viktoria von Mwanza nach Bukoba aber vor allem in die andere Richtig transportiert. Hier verbrachten wir drei Tage bis wir weiterfuhren nach Kigoma.

Die Fahrt nach Kigoma (auf Karte „D“) dauerte fast vierzehn Stunden, da ein Großteil der 600 km Strecke nicht geteert sind. Außerdem gab es auf der Hälfte der Strecke mehrere Militärcheckpoint, an denen die Personalien kontrolliert wurden. Wegen der Anhaltenden Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo wird hier verstärkt kontrolliert. Außerdem beteiligt sich Tansania an der Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) mit dem größten Kontingent und stellt auch die Leitung. Bei Kämpfen um Goma (auf Karte rotes „A“) sind letzte Woche mehrere tansanische Soldaten getötet worden. Über die Entwicklungen im Osten Kongos berichtet Dominic Johnson in seinem Blog Kongo-Echo.

Tja, und nun sind wir in Kigoma, eine aus mehreren Gründen geschichtsträchtige Stadt im Westen des Landes. Der Westen gehört zu den dünnbesiedelsten Regionen Tansanias, weswegen ich es noch nie bis hierher geschafft habe, obwohl die Busanbindungen inzwischen sehr gut sind. Ein Bus fährt sogar täglich die etwa 1.100km lange Strecke Arusha-Kigoma für die man etwa 18 Stunden braucht. Aber man kann auch über Tabora, Mwanza oder wie wir, Bukoba fahren.

Soviel erst mal von mir aus dem Westen Tansanias. Die nächsten beiden Tage werden wir noch in Kigoma und Ujiji sein, und dann werde ich sicherlich noch etwas über diese beiden Städte schreiben, die so sehr geschichtsträchtig sind. Der Titel „safari mrefu“ ist Kiswahili und heißt große bzw. weite Reise.

Safari mrefu

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Coming home

Auf dem Weg von Moshi nach Himo wurde meine Vorfreude auf die Schule und das Kloster mit den Schwestern immer größer, nachdem ich in Moshi durch Zufall fast in einen Freund gelaufen war und mir im Dala auf einmal eine Freundin gegenüber saß. Doch ein bisschen Schiss hatte ich auch, denn so genau wusste ich nicht, was mich erwartete. Zwar hatte ich immer wieder mal Kontakt zum ein oder anderen, aber was sich genau verändert hatte, wusste ich nicht. Außerdem: Würden mich die Leute wiedererkennen? Welche Leute würden das sein? Wer würde noch in Himo wohnen?

In Himo ließ ich mich vom ehemaligen Fahrer der Schule abholen, der inzwischen als Taxifahrer arbeitet. Der brachte mich direkt zur Schule, wo noch einige Schüler_innen auf die „Second Trips“ der Schulbusse warteten. Mein Kommen hatte sich inzwischen herumgesprochen, aber einige waren dann doch sehr erstaunt mich zu sehen. Zumindest die Schüler_innen waren nicht confused über meine langen Haare.

Abends waren nur ein paar Schwestern beim Essen anwesend, da die meisten einem Anruf gefolgt waren und im Krankenhaus waren, nachdem ein Father der Diozöse einen Autounfall hatte. Gott sei Dank ist er gut davongekommen und hielt am nächsten Morgen demonstrativ die Messe. Ein LKW kam ihm entgegen und er musste ausweichen, woraufhin sich sein Landrover mehrere Male überschlug.

Dienstagmorgen bin ich mit in die Schule gegangen, die weiter ausgebaut wurde und die inzwischen knapp mehr als 500 Schüler_innen besuchen. Diesen September wird die erste Graduation sein und die Schule offiziell eingeweiht – unter anderem vom Premierminister der Region Kilimanjaro. Das Staff ist inzwischen in das neue Lehrerzimmer umgezogen, welches größer und heller ist. Außerdem werden wohl nächste Woche Computerraum und Bibliothek einzugsbereit sein. Von den Kolleg_innen kannte ich nur noch einen Bruchteil der inzwischen 19 Lehrer_innen. Drei Lehrer_innen haben die Schule gewechselt, ein Lehrer besucht inzwischen wieder die Universität, ein Lehrer hat Leukämie und ein Lehrer ist im Mai nach 17 Tage andauerndem Koma infolge eines schweren Motoradunfalls verstorben. Seit ich in Tansania bin, denke ich fast täglich, ihn irgendwo zu sehen. Sein Tod ist an der Schule und im Umfeld allgegenwärtig. Er hinterlässt seine Frau, die ebenfalls an der Holy Childhood Pre- and Primary School unterrichtet und seine zweijährige Tochter. May he rest in peace.

Ansonsten ist das meiste an der Schule so wie immer. Seit diesem Schuljahr umfasst der Stundenplan neun Stunden am Tag, nachdem eine Stunde am Nachmittag hinzugefügt worden ist, um die Siebtklässler_innen besser auf ihre National Examinations vorbereiten zu können. Die anderen Klassen machen in der Zeit ihre Hausarbeiten oder gehen in die Bibliothek, sobald diese eingerichtet sein wird. Ich werde diese Freistunden wahrscheinlich mit Unterricht füllen, sofern die Kinder das wollen. Vor allem wollen sie ihr Deutsch aufbessern und auffrischen, was heute in meiner alten vierten Klasse, die nun in der fünften Klasse ist, schon sehr gut funktioniert hat.

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Safari

Die Region zwischen Karatu im Norden und Mount Hanang im Süden, sowie Lake Eyasi im Westen und Lake Manyara im Osten ist Heimat der Wairaqw welche Kiiraqw sprechen. Meines Wissens nach ist Kiiraqw zusammen mit Kibarabaiq die einzige Sprache Tansanias, welche einen Buchstaben mehr im Alphabet hat als alle anderen – nämlich das „Q“. Gerade in den ländlicheren Gebieten kommt es noch häufig vor, dass neben Kiswahili, der Amts- und Verkehrssprache Tansanias, andere regionale Sprachen gesprochen werden. In Himo ist dies zum Beispiel sehr selten der Fall. Nur Ältere sprechen untereinander Kichagga. Zuhause wird fast immer Kiswahili gesprochen, anders als dies in dieser Region der Fall ist.

Mbulu liegt mitten in diesem Gebiet und Sonntagnachmittag unternahmen zwei Schwestern und zwei Gäste eine kleine Safari in der Region. Zu Gast im Kloster war neben wir auch noch ein Bruder einer Nonne, der aus Kenia zu Besuch war. Wir fahren mit dem Toyota Landcruiser der Secondary School wobei wir uns beim ersten Versuch, die Wasserfälle zu finden, ziemlich verfuhren und irgendwann, als die Straße zu einem Weg zu einem Trampelpfad zu Busch und Wiese wurde, einsehen mussten, das wir uns durchfragen mussten. Das ist in Tansania immer sehr verfänglich, denn selbst wenn die gefragten Leute keinen blassen Schimmer davon haben, was man sucht, beschreiben sie dennoch einen Weg zum Ziel. Höflichkeit hat Vorrang, was aber dazu führte, dass wir uns zwei weitere Male verfuhren. Doch dann hatten wir Glück und eine Gruppe Jugendlicher zeigte uns den Weg, indem sie mit uns mitkamen. So sahen wir die Landschaft der Region, die durch 1000m bis 2000m hohe Berge gekennzeichnet ist und sich auf der westlichen Seite des Great Rift Valleys befindet. Der Wiege der Menschheit. Außerdem waren wir in einer Brauerei und zu Gast beim Fahrer, der passend Safari (= Reise) hieß.

Die Wairaqw führen ihren Ursprung auf Kuschitisch sprechende Bauern und Viehhirten zurück, die vor circa 3000 bis 5000 Jahren nach Tansania einwanderten und vermutlich aus der Region des heutigen Südsudan stammten. Ihre Sprache gehört somit nicht zur Familie der Bantusprachen, welche die Mehrheit in Tansania (Sprachen Tansanias) bilden, sondern zur Familie der Afroasiatischen Sprachen.

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Duschen mit dem „Zak Lite Germany“

Nachdem ich in diesem Blog bereits darüber berichtet habe, wie man eine Eimerdusche benutzt und wie schön es sein kann, bei Regen unter der Regenrinne zu duschen, fehlen zwei Arten von Duschen, wie man sie in besseren Guesti (Hotel) vorfindet.

Die eine unterscheidet sich nicht sonderlich von den üblichen Duschen in Deutschland. Zwei Hähne an der Wand, über dem Kopf eine Brause, Hähne aufdrehen, fertig. Vorausgesetzt es gibt Wasser. Meistens funktioniert nur einer der beiden Hähne, und das ist dann der für Kaltwasser und oft ist die Brause verstopft, aber die lässt sich leicht abdrehen, dann hat man einen schönen dicken Massagestrahl direkt aus dem Rohr.

IMG_8067Nun gibt es aber noch Duschen, die so oder ähnlich aussehen, wie die auf dem Foto. Mit der Armatur müssten alle umgehen können, weswegen ich mich gleich auf das wesentliche konzentrieren möchte. Denn dies ist eine Warmwasserdusche. Vorausgesetzt es gibt Wasser – und Strom. Denn in dem Plastikaufsatz versteckt sich ein kleiner Durchlauferhitzer, der das durch die Brause strömende Wasser erhitzt. Dazu muss jedoch zunächst die Stromzufuhr gewährleistet sein. Dies ist ziemlich schnell sicher zu stellen, indem man den Schalter findet und erfolgreich benutzt, der meistens mit einer kleinen roten Lampe ausgestattet ist, die leuchtet, sobald man erfolgreich war und Strom vorhanden ist. Anschließend kann man zwischen den Wärmestufen „Halb“ und „Ganz“ wählen, wobei immer „Ganz“ zu bevorzugen ist, doch dazu später mehr. Außerdem sollte dies vor dem eigentlichen Duschvorgang geschehen, da der Durchlauferhitzer mit 230V bei 4000W arbeitet und ich mir durchaus schon den einen oder anderen Schlag eingefangen habe, als ich diese wichtige Regel missachtete. Nun kann man die Wasserhähne aufdrehen und man hört, wie der Durchlauferhitzer, mit der vielsagenden Aufschrift „Zak Lite Germany“ anfängt das Wasser zu erhitzen. Man sollte daran denken, ausgezogen zu sein, bevor man unter das Wasser steigt. Ein Hitzetest mit entbehrlichen Körperteilen kann durchaus von Vorteil sein, wenn man Verbrennungen an wichtigen Organen vermeiden möchte. Sollte das Wasser zu heiß sein, muss man die Hähne weiter aufdrehen, um den Durchlauf zu erhöhen wodurch automatisch das Wasser kühler wird. Reicht der Wasserdruck der Leitung nicht aus, um die gewünschte Wohlfühltemperatur zu erreichen, kann man immer noch die Position „Halb“ wählen. Wie schon erwähnt, schalten nur hartgesottene während eines Duschvorgangs um. Ansonsten ist unter der Dusche wenig Besonderes zu beachten. Nach dem Duschen sollte jedoch der Schalter für die Stromzufuhr ausgeschaltet werden. Die meisten Durchlauferhitzer heizen zwar nur, wenn auch Wasser durch den „Zak Lite Germany“ fliest, doch man weiß nie, und sicher ist sicher.

PS: Man sollte sich nie zu früh auf eine Dusche mit dem „Zak Lite Germany“ freuen, denn gerade in den ländlicheren Gebieten gibt es oft nur Wasser aus den Wassertanks. Deshalb verfügen die meisten Häuser über zwei separate Wassersysteme. Eins steuert die entsprechenden Armaturen an. Das andere steuert den Hahn an, der sich circa 50 Zentimeter über dem Boden befinden. Dieser Hahn wird mit Wasser aus den Tanks bedient. Darunter steht fast immer ein Eimer mit Schöpfkelle, welcher permanent gefüllt sein sollte, denn wenn man nicht bemerkt, dass Wasserausfall ist, geht auch nur die Spülung einmal. Nämlich bis der Spülkasten leer ist. Und wenn man dann den Eimer nicht aufgefüllt hat…

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